Intelligente Heizungssteuerung in unseren Wohnheimen
Die Energiepreise steigen und ein Ende ist nicht in Sicht. In unseren Wohnheimen setzen wir seit der Eröffnung auf eine intelligente Heizungssteuerung, die Energie spart, ohne dass Sie dafür auf Komfort verzichten müssen. Kürzlich mussten wir feststellen, dass das System nicht ganz zuverlässig lief. Wir haben begonnen, alle Komponenten zu überholen und auf den aktuellsten Stand zu bringen.
Nachfolgend erläutere ich Ihnen, wie das System funktioniert – und was Sie selbst dazu beitragen können, dass es seinen Zweck erfüllt.
Wie funktioniert das
In den Bewohnerzimmern sind die Heizkörper mit elektronischen Thermostatventilen ausgestattet. Diese Ventile regeln die Heizleistung automatisch auf die von Ihnen eingestellte Wunschtemperatur. Soweit nichts Besonderes – das können elektronische Thermostate auch ohne weitere Vernetzung.
Eine Besonderheit liegt in der Verbindung mit Sensoren an den Fenstergriffen. Diese Sensoren erkennen, ob ein Fenster geöffnet, gekippt oder geschlossen ist, und teilen das dem Thermostat mit. Öffnen Sie Ihr Fenster, wird der Heizkörper automatisch auf 5 Grad heruntergeregelt – gerade genug, um bei Frost die Leitungen zu schützen. Schließen Sie das Fenster wieder, stellt sich der Heizkörper auf die vorher eingestellte Temperatur zurück. Sie müssen nichts tun, das passiert von allein.
Haben Sie ein größeres Zimmer mit mehreren Heizkörpern oder Fenstern, dann sind die Komponenten miteinander vernetzt. Stellen Sie einen Heizkörper auf eine andere Temperatur, dann macht der Zweite dasselbe automatisch. Und öffnen Sie ein Fenster, dann regeln beide Heizkörper-Ventile herunter und später wieder hoch.
Warum ist das wichtig? Wer bei aufgedrehter Heizung lüftet, heizt im wörtlichen Sinne zum Fenster hinaus. Das kostet Geld – Ihr Geld, denn die Energiekosten fließen in die Betriebskostenpauschale ein. Unser System verhindert genau das: gelüftet wird, ohne dabei Energie zu verschwenden.
Was Sie nachts erwartet
Die Thermostate schalten spätabends automatisch auf eine Nachtabsenkung. Die Heizleistung wird dann reduziert, weil ein abgesenktes Temperaturniveau in der Nacht nicht nur Energie spart, sondern nach Ansicht vieler Schlafmediziner auch besser für einen erholsamen Schlaf ist.
Morgens, wenn Sie aufstehen, drehen Sie den Thermostat einfach auf Ihre gewünschte Tagestemperatur. Das ist der einzige Handgriff, den das System von Ihnen verlangt.
Tipp für Nachteulen: Wer nachts lange am Schreibtisch sitzt und es warm braucht, dreht den Thermostat einfach wieder hoch. Denken Sie dann aber beim späteren Schlafengehen daran, ihn manuell herunterzuregeln – die automatische Nachtabsenkung hat zu dem Zeitpunkt bereits stattgefunden.
Sie waren verreist. Warum wird es jetzt nicht warm?
Viele Bewohner nutzen die Vorlesungsfreie Zeit um Weihnachten herum für einen Besuch bei Ihrer Familie bzw. bei Ihren Eltern . Nach der Rückkehr werden wir oft gefragt, warum man den Heizkörper nicht weiter hochdrehen kann, auf 28 oder 30 Grad, damit das Zimmer schneller warm wird.
Diese Frage wurde schon mehrfach gestellt und zur Beantwortung muss ich etwas ausholen. Selbstverständlich macht es keinen Sinn, ein Zimmer durchzuheizen, wenn Sie eine oder zwei Wochen weg sind. So geht Ihre Heizung in Ihrer Abwesenheit planmäßig in die Nachtabsenkung, schaltet also auf eine Raumtemperatur von 17 Grad herunter und bleibt da bis zur Ihrer Rückkehr, was auch sinnvoll ist. Im Winter führt das regelmäßig dazu, dass die Wände des Zimmers, die Möbel und alles, was darin ist, nach und nach auf siebzehn Grad abkühlen. Wenn Sie zurück kommen, fröstelt es Sie verständlicherweise und Sie drehen den Heizkörperthermostat voll auf. Dabei stellen Sie fest, dass der Thermostat nach oben begrenzt ist, Sie können nicht auf 26 oder 30 Grad einstellen.
Zunächst: Diese Begrenzung ist sinnvoll, denn es ist nicht notwendig, in den Zimmern Saunatemperaturen zu erzeugen. Dies würde auch nicht helfen, denn das Ventil des Heizkörpers kann nicht mehr als voll geöffnet werden, was in der Situation selbstverständlich auch passiert. Der Thermostat öffnet das Ventil vollständig bis die eingestellte Raumtemperatur von zum Beispiel 22 Grad erreicht ist. Er regelt auch danach ständig automatisch nach, wenn die Temperatur wieder abfällt. Richtig warm fühlt es sich aber erst dann an, wenn auch die Möbel und die Wände des Zimmers sich auf die Temperatur aufgeheizt haben. Leider dauert das und es kann aus technischen Gründen auch nicht beschleunigt werden. Bitte ziehen Sie in den ersten Stunden nach Ihrer Rückkehr vielleicht einen Pullover an und haben Sie am Tag Ihrer Rückkehr etwas Geduld. Richtig ok wird es für Sie vielleicht erst am zweiten Tag sein.
Was schief gehen kann – und wie wir damit umgehen
Ich will hier nicht verschweigen, dass das System in diesem Jahr vorübergehend nicht ganz zuverlässig funktioniert hat. Die elektronischen Thermostate und die Fenstersensoren arbeiten batteriebetrieben. Werden die Batterien nicht rechtzeitig gewechselt, kommt es zu Ausfällen. Das regelmäßig zu kontrollieren ist Aufgabe unseres Hausmeisters.
Leider wurde diese Wartung eine Zeit lang vernachlässigt, was dazu geführt hat, dass ein Teil der Geräte ausgefallen war. Seit Beginn dieser Heizperiode haben wir einen neuen Hausmeister, der das System versteht und sämtliche Komponenten in beiden Häusern jetzt wieder in einen einwandfreien Zustand bringt.
Trotz regelmäßiger Wartung kann es vorkommen, dass eine Batterie unerwartet zur Neige geht. Dann passiert Folgendes:
Wenn der Thermostat am Heizkörper ausfällt: Das Ventil öffnet sich bei nachlassender Batteriespannung vollständig – eine Sicherheitsmaßnahme zum Schutz vor Frostschäden. In der Praxis bedeutet das: Es wird ungewöhnlich warm in Ihrem Zimmer. Wenn Sie bemerken, dass sich Ihr Heizkörper nicht mehr regeln lässt und das Zimmer überheizt, melden Sie das bitte umgehend beim Hausmeister.
Wenn der Fenstersensor ausfällt: Das fällt seltener auf, kann aber unangenehm werden. Geht die Batterie des Sensors aus, während Ihr Fenster geschlossen ist, merken Sie zunächst nichts – der Thermostat arbeitet normal weiter, nur ohne die automatische Absenkung beim Lüften. Fällt der Sensor jedoch aus, während Ihr Fenster gerade offen steht, bleibt der Heizkörper auf der Frostschutz-Einstellung und es wird kalt. Auch hier: eine kurze Nachricht an den Hausmeister genügt.
Richtig Lüften – so geht’s
Das beste System hilft wenig, wenn falsch gelüftet wird. Die goldene Regel lautet: Stoßlüften statt Dauerkippen.
Ein auf Kipp stehendes Fenster tauscht die Luft nur sehr langsam aus und kühlt dabei die Wände rund um das Fenster aus. Das ist die schlechteste aller Varianten – viel Energieverlust bei wenig Wirkung.
Deutlich besser: Fenster für wenige Minuten weit öffnen. Noch besser ist Querlüften – also Fenster auf und gleichzeitig die Tür zum gegenüberliegenden Bad oder zur Küche öffnen. So entsteht ein Durchzug, der die Raumluft in zwei bis drei Minuten komplett austauscht. Danach Fenster zu, und unser System bringt den Heizkörper automatisch wieder auf Ihre Wunschtemperatur.
Zusammengefasst: Sie müssen sich um nichts kümmern, außer morgens den Thermostat auf Ihre Wunschtemperatur zu stellen. Alles andere regelt das System. Und wenn etwas nicht stimmt – ob zu warm oder zu kalt – ist der kurze Draht zum Hausmeister alles, was es braucht.
Energiesparen muss nicht kompliziert sein. Es muss nur jemand die Technik in Schuss halten – und das tun wir.
